FAIR SPACE: für eine "faire" Nutzung des Straßenraumes

PRISMA Planungstool identifiziert ineffizient genutzte öffentliche Flächen

In der Verkehrsplanung hat sich die Bereitstellung von ausreichend öffentlichen Flächen für den motorisierten Verkehr über Jahrzehnte hinweg zur Selbstverständlichkeit entwickelt. Besonders im urbanen Raum, wo Platz knapp ist, sind die festgeschriebenen Mindestbreiten für andere Nutzungen dann nicht mehr verfügbar. Für eine Flächenaufteilung, die allen Fortbewegungsarten gerecht wird, sind deshalb neue Gestaltungsmöglichkeiten gefragt, welche die höhere Effizienz von Fußgänger-, Rad- und öffentlichem Verkehr berücksichtigen.

In dem kürzlich abgeschlossenen Projekt FAIRSPACE wurde zu diesem Zweck für jede Fortbewegungsart der Faktor Zeit die in die Berechnung der Flächeninanspruchnahme miteinbezogen: der Indikator „Fläche/Zeit“, also die Flächeneffizienz, wurde mit der aktuellen Auslastung sowie mit ihrem maximalen Potential dargestellt und mit dem optimierten, angepassten Querschnitt verglichen.

Das hierfür von PRISMA solutions entwickelte Planungstool stellt dem Verkehrsplaner und der öffentlichen Hand ein Werkzeug zur Verfügung, um schlecht genutzte Flächen im Straßenraum zu identifizieren und „faire“ Straßenquerschnitte objektiver argumentieren zu können.

Anamorphe Karten – diese bilden den Index der Flächenzeit ab – ermöglichen auf einen Blick die Identifikation von „Platzfressern“. Am Beispiel Lange Gasse (1080 Wien) ist eindrucksvoll zu erkennen, wie viele Ressourcen ein einziger Parkplatz über einen Tag einnimmt, wenn die Flächen proportional zum Index (Flächenzeit) „aufgeblasen“ werden.

Fairspace bild vergleich

Fig. (C) PRISMA solutions: Unterschied zwischen der sichtbaren und der zeitlich gewichteten Inanspruchnahme von Flächen.

 

Simulationen veränderter Querschnitte zeigen das große Potential einer „gerechteren“ Flächenverteilung für nachhaltige, aktive Mobilitätsformen auf. Wird FAIRSPACE in Entscheidungsfindungs- und Umsetzungsprozessen implementiert, ermöglicht dies damit auch verkehrspolitische Entscheidungen nachvollziehbar zu argumentieren. Unser innovatives Tool könnte daher bald zu mehr Fairness bei der Zuweisung öffentlicher Flächen und zu einer verbesserten Nutzung von öffentlichem Raum beitragen!

Unsere Partner bei diesem von BMK und FFG geförderten Projekt waren die Technische Universität Wien (Institut für Verkehrswissenschaften, Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik) und Besch+Partner Verkehrsingenieure.